- Airbag -
Gefahr für die Rettungskräfte?

Der Airbag ist eines von vielen Sicherheitssystemen in Kraftfahrzeugen der heutigen Zeit. Die Insassen sollen bei Unfällen geschützt werden. In der Anfangsphase gab es den Fahrer- und Beifahrerairbag, mittlerweile geht es weiter mit Seitenairbag, Kopfairbag über Knie- und Fußairbags. Aibags sollen die Fahrzeginsassen schützen. Aber für die Retter stellen die Airbag eine große Gefahr dar, wenn diese nicht ausgelöst haben.

Wann lösen Airbags aus?

Die Auslösung der Airbags erfolgt nur, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. Das würde bedeuten, das z. B. der Fahrer- und Beifahrerairbag nicht bei einem Seitenaufprall und ein Seiten und/oder Kopfairbag nicht bei einem Frontalaufprall auslöst. Des weiteren muss eine bestimmte Geschwindigkeit und Beschleunigung vorhanden sein, sowie der richtige Aufprallwinkel, der bei Fahrer- und Beifahrerairbags +/- 30° beträgt. Erst dann wird über die Steuereinheit das O.K. für die Auslösung gegeben.

Bei Rettungsarbeiten kann durch Schneid- und Brennarbeiten, hohe Temperatur sowie Zug- und Druckarbeiten mit Zylindern oder Spreizer und Ketten der Gasgenerator beschädigt und der Airbag ausgelöst werden. Bei alten Anlagen können durch Kurzschlüsse Auslösungen erfolgen. Airbags können auch nach dem Unfall noch aktiv sein. Unterschiedliche Fahrzeughersteller sorgen leider auch für unterschiedliche Deaktivierungszeiten der Airbags. Mittlerweile beträgt die Deaktivierungszeit zwischen 1 und 60 sec. nach unterbrechen der Stromversorgung.

Fahrerairbag
Fahrerairbag eines VW
Beifahrerairbag
Beifahrerairbag eines VW
Funktionsprinzip:

Durch elektrischen Impuls wird bei einem Aufprall ein Feststofftreibsatz (ca. 1 g Natriumverbindung) gezündet. Die beim rasanten Abbrand entstehenden Gase füllen den/die Airbags.

Nach dem Aufblasen werden die entstehenden Prallkissen durch große Öffnungen sofort wieder entleert.

Welchen Schutz gibt es für die Rettungskräfte?

Einen sicheren Schutz gibt es nicht!!! Allerdings sollte man einige Sicherheitsregeln kennen.

  1. Fahrzeug nach Aufschriften wie "Airbag", "SRS-Airbag", "Seitenairbag" oder ähnliches überprüfen. Diese Aufschriften findet man im Bereich des Lenkrades, des ehemaligen Handschuhfaches an Türen oder Holmen oder Sitzlehnen.
Fahrerairbag
Fahrerairbag
Beifahrerairbag
Beifahrerairbag
Seitenairbag
Seitenairbag
  1. Batterie abklemmen. Der Sitz der Batterie kann im Motorraum, im Kofferraum oder unter Rücksitzbänken sein.
  2. Betreffenden Sitz in die hinterste Position bringen, damit bei der Auslösung der Verunfallte nicht zusätzlich verletzt wird.
  3. Lenksäule nicht bewegen oder durchtrennen. Durch Beschädigungen des Gasgenerators kann eine Auslösung erfolgen.
  4. Notwendige Beatmung nur vom Rücksitz aus durchführen, damit die Helfer nicht gefährdet werden.
  5. Nicht zwischen Lenkrad und Verletzten aufhalten, sowie in Bereichen der Airbagkennzeichnungen.
  6. Airbags können nicht explodieren!!!
  7. Bei beschädigtem Gasgenerator sollte der Kontakt mit den Zündpillen vermieden werden, da diese größtenteils aus Natrium-Azid bestehen und somit toxisch wirken.

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Pressestimmen

Systeme auch in Kofferraum und Kopfstütze

Der Airbag lernt dazu

"Intelligente" Systeme sollen Verletzungsrisiko minimieren

Alfdorf - Die Autoindustrie arbeitet mit Hochdruck an "intelligenten" Airbag-Systemen - sie sollen das Verletzungsrisiko bei Unfällen weiter minimieren und dem Luftsack die explosive Härte nehmen. Ziel ist der "smarte" Airbag, der vorausschauend arbeitet und sich den Passagieren anpasst. Außerdem reifen derzeit neue Luftpolster, die bislang ungeschützte Körperteile vor Schaden bewahren sollen.

BMW hat laut Sprecher Jochen Frey in München vor rund einem Jahr den "intelligenten" Airbag eingeführt, der die Unfallschwere vorhersehen und in zwei Stufen zünden kann. Meldet der Bordrechner nur eine leichte Kollision, entfaltet sich der Airbag sehr weich, der Passagier wird durch die Explosion nicht zusätzlich verletzt.

Ist ein schwerer Crash zu erwarten, gibt es dagegen sofort vollen Druck. In den USA ist das System noch mit einer Gurtschlosserkennung gekoppelt. Weil dort keine Gurtpflicht besteht, kann so der Airbag erkennen, ob der Insasse angeschnallt ist und dann seine Leistung reduzieren. Ähnliche Systeme gibt es bei Honda und Peugeot, und auch Renault will laut Sprecher Reinhard Zirpel in Brühl noch in diesem Jahr die zweistufige Zündung anbieten.

Seitenairbag

Intelligenz ist gefragt:
Künftige Airbag-Generationen sollen auch die unterschiedlichen Körpermaße der Insassen berücksichtigen.

Blick nach Innen

Die nächste Entwicklungsstufe ist der Blick nach innen. Denn, so Audi-Sprecher Udo Rügheimer in Ingolstadt, bevor der Airbag sich dem Unfall anpasst, muss er sich den Insassen anpassen. Daher wird an Sensoren gearbeitet, die Sitzposition und Statur der Passagiere ermitteln und die Auslösung des Airbags anpassen können. Solche Sensoren helfen auch bei der Senkung der Reparaturkosten, weil künftig nur Airbags gezündet werden, die auch benötigt werden.

Erst in einem nächsten Schritt wird der Airbag dann einen Unfall erkennen, bevor es überhaupt gekracht hat. So arbeitet Mercedes laut Sprecher Olaf Meidt an einem Frühwarnsystem. Kommt es zum Crash, gewinnen Airbag & Co. möglicherweise entscheidende Millisekunden. Überdies soll sich das Volumen der Airbags dank dieser voraus schauenden Unfallanalyse künftig bedarfsgerecht steuern lassen.

Luftsäcke für Knie oder Füße unterm Armaturenbrett

Fahrer- und Beifahrerairbag

Explosive Atmosphäre:
Die Autohersteller wollen dem Airbag bessere Manieren beibringen.

Auch neue Positionen müssen her, damit die Passagiere noch besser geschützt werden können. Bei Ford in den USA geht nach Angaben aus Detroit zum Modelljahr 2001 ein Airbag in Serie, der vor allem die Insassen von Geländewagen bei Überschlägen schützen soll.

Ebenfalls kurz vor der Serienreife sind laut Andreas Bstock, Sprecher des Airbag-Zulieferers TRW Occupant Restraint Systems in Alfdorf (Baden-Württemberg), Luftsäcke unter dem Armaturenbrett, die Knie oder Füße schützen. Außerdem sollen bis zum Jahr 2002 auch Airbags in die Kopfstütze integriert werden, um das Schleudertrauma zu entschärfen.

Die bislang vergleichsweise sichere Rückbank wird so fast schon zur Gefahrenzone. Denn abgesehen von den Sidebags im 7er BMW, Audi A8 und Mercedes S-Klasse sowie den Ausläufern der aufblasbaren "Vorhänge" vor den Seitenfenstern gibt es für die Gäste im Fond bislang keine Airbags. Das ändert sich erst 2002, wenn Renault einen kleinen Luftsack im Beckenteil des Sicherheitsgurtes zur Serienreife bringt, der den Abstand zur Lehne der Vordersitze wahrt.

Künftig 15 oder 20 Airbags?

Noch ohne konkreten Zeithorizont sind laut TRW-Sprecher Bstock Airbags in den Rücklehnen der Vordersitze oder im Kofferraum kompakter Fahrzeuge wie Smart oder Mercedes A-Klasse. Während heute maximal vier Airbags zum Standard gehören und Fahrzeuge wie der mit zehn Airbags bestückte 7er BMW zur Ausnahme zählen, wird man sich laut Bstock künftig auf deutlich mehr einstellen müssen: "Autos mit 15 oder 20 Airbags sind dann keine Seltenheit mehr."

Von Thomas Geiger, gms - Fotos: gms


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