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Feuerwehr Zeuthen - Löschzug Zeuthen- Geschichte der LF 10- |
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Als erstes Löschfahrzeug, das speziell
für die Brandbekämpfung aufgebaut und ausgerüstet ist, erhielt die Freiwillige
Feuerwehr Zeuthen im Jahre 1928 dieses LF 10. Zeuthener Bürger haben es
der Zeuthener Feuerwehr gestiftet um ihren Ort und natürlich auch ihren
Besitz besser vor Bränden schützen zu können. Das Fahrgestell dafür, ein LKW Typ L2 mit Luftbereifung, lieferte die Firma Mercedes-Benz. Der gesamte Aufbau und die feuerwehrtechnische Ausrüstung wurde von der Firma Herrman Koebe, Luckenwalde, gefertigt. Um was für eine gelungene und durchdachte Konstruktion es sich dabei handelt beweist allein die Tatsache, das sich an dem Grundaufbau im Prinzip bis zum heutigen Tage nicht viel geändert hat und das das Fahrzeug selbst heute noch die Grundanforderungen, welche man an ein Löschgruppenfahrzeug stellt, erfüllen würde. Es sind Sitzplätze für 6 Feuerwehrmänner, den Maschinisten (Fahrer) sowie den Gruppenführer vorhanden. Die Feuerlösch-Kreiselpumpe ist im Fahrzeugheck eingebaut. Sie liefert bei einem Nenndruck von 8 atü (etwa 8 Bar) 1000 Liter Wasser pro Minute. Die Pumpe kann von ihrem Bedienstand aus komplett bedient werden. Da sie vom Fahrzeugmotor angetrieben wird und dieser im stationären Pumpenbetrieb mangels Fahrtwind überhitzt werden würde, sah man auch eine zusätzliche Kühlung durch das geförderte Löschwasser vor. Zur Ausrüstung gehörten weiterhin zwei Hakenleitern, eine dreiteilige Schiebleiter, ein Wagen für B-Schläuche, zwei Haspeln für C-Schläuche, Saugschläuche sowie ein Komet-Schaumrohr. Mit diesem Fahrzeug war die Freiwillige Feuerwehr Zeuthen damals hochmodern ausgerüstet. Es bewährte sich bei vielen Einsätzen. Während des Krieges wurde es bei vielen Löscheinsätzen nach Bombenangriffen in Berlin eingesetzt. Obwohl von Bombenangriffen weitestgehend verschont, gab es solche kriegsbedingten Einsätze auch in Zeuthen, so zum Beispiel am 29.1.1944, als ein 4motoriger Bomber in der Bremer Straße Ecke Oldenburger Straße abstürzte. Nur knapp entging das LF 10 im Jahre 1945 seinem Ende, als es auf Anordnung der Kommandantur der Roten Armee konfisziert werden sollte. Einige mutige Kammeraden entfernten damals Motor und Räder. Die Aktion war erfolgreich, das Fahrzeug blieb im Ort und war wenige Tage danach wieder einsatzbereit und stand als einzige Autospritze im Landkreis zur Verfügung. Ein zweites Mal, im Jahre 1958, wäre es beinahe zu spät gewesen als das Fahrzeug verschrottet werden sollte. Da sich die Kameraden aber von dem liebgewordenen Fahrzeug, das jetzt schon den Spitznamen ,,Oma" trägt, nicht so einfach trennen wollten, wurde pro Forma ein Schrottschein in Höhe von 50 Mark bei der Gemeindekasse abgerechnet. Die ,,Oma" ist seitdem das Traditionsfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Zeuthen und wird von den Kammeraden gepflegt und lnstandgehalten, auch wenn die ökonomischen Bedingungen dafür zu DDR-Zeiten nicht immer günstig waren. Nun ist das LF 10 bei vielen Feuerwehrfesten und Oldtimerveranstaltungen ein Blickfang. Es nahm zweimal am Nutzfahrzeug-Oldtimertreffen in Riesa teil und errang dort auch Preise. Nach der ,,Wende" ergaben sich für die Instandhaltung und den Aufbau dieses Fahrzeuges ganz neue Möglichkeiten, die auch genutzt wurden. Da eine Ausbesserung des bereits bröckelnden Lackes nötig war, wandten wir uns an verschiedene Firmen um Unterstützung. Im Herbst 1994 war es dann soweit, beim Autohaus Leven in Königs Wusterhausen wurde der alte Lack komplett entfernt und eine neue Grundierung aufgetragen. Im Februar 1995 konnte dann die Neulackierung bei der TÜV-Akademie in Berlin Adlershof erfolgen. Nachdem dann in mühevoller Kleinarbeit alle Beschläge, Lampen und Messingteile poliert und angebracht waren erstrahlte unsere Oma in neuem Glanze und konnte so 1995 am Museumsfest des Deutschen Feuerwehrmuseums in Fulda teilnehmen. Jetzt war nur noch der Motor ein Sorgenkind, denn dessen Überholung erforderte erhebliche Geldmittel, die aber im Jahre 1996 zusammengespart waren. Es wurden neue Kolben und Lagerschalen gegossen und der gesamte Motor wieder in einen tadellosen Zustand gebracht. Nach dem Einbau erfolgte, sozusagen als Probefahrt, am Himmelfahrtstag ein Ausflug in den Spreewald. In den Jahren 1997 - 2001 konnten dann noch die Dinge ergänzt werden, die dem Fahrzeug zu einem perfekten Aussehen gefehlt haben, nämlich ein neues Verdeck, Planenteile, neues Leder für die Sitze und, nicht zu vergessen, historische Helme und Uniformjacken für die Besatzung. Auch die Pumpe wurde in Eigenleistung noch einmal auf Vordermann" gebracht. In diesem Zustand präsentiert sich unsere Oma nun der Öffentlichkeit. |