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Feuerwehren und ASB
üben den Ernstfall
Bereits zum 3. Mal wurde am Wochenende,
12. bis 14. September 2008 das Rescue Camp im Kindererholungszentrum -KiEZ-
am Hölzernen See durchgeführt. Seit dem Jahr 2006 sind der ASB Königs
Wusterhausen/ Potsdam, der ASB Wasserrettungsdienst sowie die Kameraden
der Freiwilligen Feuerwehr Bestensee und des Löschzugs Zeuthen der Freiwilligen
Feuerwehr Zeuthen stets dabei. Erstmalig wirkte in diesem Jahr auch der
ASB Berlin S/ O mit. Mit mehr als 80 Rettern in 46 Szenarien fand das
diesjährige Rescue Camp wohl seinen vorläufigen Höhepunkt. In mehr als
12 Stunden wurde am Sonnabend der Ernstfall geübt. Um die Einsatzszenarien
so realistisch wie möglich zu gestalten wurden insgesamt 15 Statisten
zu Brandopfern, Unfallopfern, etc. von der AG Maske des ASB´s geschminkt.
Seit knapp einem Jahr wurde dieses Camp bis ins kleinste Detail organisiert,
um nichts dem Zufall zu überlassen. Der Sonnabend wurde zeitlich in 5
Blöcke geteilt – 2 Blöcke vor dem Mittagessen und 3 Blöcke bis zum Abendessen.
In den einzelnen Blöcken wurden die verschiedensten Einsätze für Feuerwehr
und Rettungsdienst gefahren. Mal fuhr man die Einsätze separat und mal
mit der anderen Feuerwehr bzw. dem Rettungsdienst gemeinsam. Jeder einzelne
bis ins Kleinste durchgeplant und über eine eigens eingerichtete Leitstelle
koordiniert. Jeder Alarm wurde mit einem Gong über Funk eingeleitet und
von den Observern begleitet. Sie hatten die Aufgabe, die Einsätze so zu
betreuen, dass der Einsatzablauf im Rahmen bleibt und keine gravierenden
Fehler auftreten. Nach dem sich das alarmierte Fahrzeug gemeldet hat wurden
weitere Einsatzdetails, wie Einsatzstichwort und Einsatzort genannt. Mit
Blaulicht ging es dann zum Einsatzort. Die Einsatzorte waren über das
gesamte Gelände des KiEZes verteilt und so ausgewählt, dass sie für das
jeweilige Einsatzstichwort die besten Übungsmöglichkeiten bot. Am Einsatzort
angelangt ging der Gruppenführer, wie auch in der Realität, zunächst auf
Lageerkundung um dann die Aufgaben entsprechend den einzelnen Trupps mitzuteilen.
Der erste Alarm für den Löschzug Zeuthen ging um 8:33 Uhr am Samstagmorgen
ein – Brand Wohnung, unklare Rauchentwicklung. Schnell rückten ein Löschgruppenfahrzeug,
ein Tanklöschfahrzeug sowie die Drehleiter zur Einsatzstelle aus. Der
Angriffstrupp ging unter schwerem Atemschutz auf die Suche eines möglichen
Brandherdes und stellte schnell fest, dass es sich bei der Verqualmung
um Rauch, der aus dem Schornstein zurückgedrückt wurde handelte. Es wurde
ein Schornsteinfeger nachalarmiert und die Einsatzstelle mittels Lüfter
rauchfrei gemacht.
Der 2. Einsatz an diesem Morgen ließ nicht lange auf sich warten. Gegen
9:10 Uhr wurde das Löschgruppenfahrzeug zur Türöffnung für den Rettungsdienst
alarmiert. Ein Bürger rief diesen im guten Glauben, weil er hinter der
Tür seine Schwiegermutter in der Wohnung vermutete. Da diese weder auf
das Klopfen an der Tür noch auf Rufe reagierte, glaubte er an das Schlimmste
und alarmierte den Rettungsdienst und die Feuerwehr.
Die Feuerwehr hat mit einem so genannten Ziehfix die Tür in kurzer Zeit
dem Rettungsdienst geöffnet. Wie sich anschließend herausstellte war die
Schwiegermutter des besorgten Bürgers auf einer Urlaubsreise. Nicht einmal
eine halbe Stunde verging bis zum nächsten Notfall. Bei Bauarbeiten wurde
eine Gasleitung beschädigt. Der Angriffstrupp des Löschgruppenfahrzeugs
rüstete sich mit Atemschutzgeräten, einem Gaswarngerät sowie der Rohrquetsche
aus und erkundete die Lage. Nach dem er die defekte Stelle hinter einem
Haus ausmachen konnte dichtete er diese mit Hilfe der Rohrquetsche ab.
Die Drehleiter des Löschzugs rückte unterdessen aus, um den Kameraden
der Feuerwehr aus Bestensee den Zugang zu einer verunfallten Person auf
einem Dach zu ermöglichen. Damit war der erste Block an diesem Tag abgearbeitet
und alle konnten in eine verdiente Pause gehen. Nach einer kurzen Auswertung
des 1. Blocks sowie einer kleinen Pause ging es um 10:55 Uhr weiter. Einsatzalarm
für die Feuerwehren aus Bestensee und Zeuthen sowie für den Rettungsdienst.
Brand in einer Sauna mehrere verletzte Personen und austretendes Chlor
in einem Nebenraum.
Dieser Einsatz forderte von allen beteiligten Einsatzkräften die maximale
Aufmerksamkeit. Mehrere Trupps waren mit Atemschutzgeräten im Einsatz
auf der Suche nach den verletzten Personen. Ein Trupp rüstete sich unterdessen
mit einem Chemikalienschutzanzug aus, um sich um das austretende Chlor
zu kümmern. Der Rettungsdienst war mit dem Einrichten einer Verletzten-Sammelstelle
und dem Versorgen der verletzten Personen betraut.
Kurz vor dem Mittagessen, um 11:50 Uhr bekam die Drehleiter aus Zeuthen
den Alarm für eine Hilfeleistung. Ein Bauteil droht von einem Industrieschornstein
zu fallen. Ein Trupp bediente den Korb der Drehleiter und konnte so an
das zum Bauteil gelangen. Das Bauteil wurde in den Korb geladen und am
Boden ordnungsgemäß bei Seite geräumt, so dass keine Gefahr mehr bestand.
Im Anschluss folgten eine kurze Auswertung und das verdiente Mittagessen.
Die Pause nutzten alle Einsatzkräfte, um wieder Kraft zu tanken für die
nächsten Einsatzszenarien.
Auf einer Erkundungsfahrt des Wasserrettungsdienstes stellte die Besatzung
ein im Wasser treibendes Boot fest, dessen Bootsführer nicht mehr in der
Lage war sein Boot zu manövrieren. In dem Boot befanden sich blaue Kanister
mit einem noch unbekannten Stoff. Der Wasserrettungsdienst reagierte richtig
und informierte gegen 13:45 Uhr die Leitstelle und ließ die Feuerwehr
nachalarmieren. Unter Atemschutz konnte die Person in Sicherheit gebracht
sowie dem Rettungsdienst übergeben werden und dessen Boot an Land gebracht.
Da sich in den Kanistern der gefährliche Stoff Ammoniak befand wurde die
Einsatzstelle weiträumig abgesperrt und ein Trupp ging mit dem Chemikalienschutzanzug
vor, um die Fässer zu bergen. Anschließend wurde dieser Trupp dekontaminiert.
Um 15:00 Uhr wurde die Feuerwehr Zeuthen zum 7. Einsatz alarmiert - Tragehilfe
für den Rettungsdienst. Eine Person erlitt eine Wirbelsäulenfraktur und
musste mit Hilfe der Drehleiter aus dem 2. Obergeschoss transportiert
werden. Zuvor wurde die verletzte Person vom Rettungsdienst versorgt und
auf einer Vakuummatratze verlastet.
In den Nachmittagstunden ging der Alarm für den mittlerweile 8. Einsatz
für die Feuerwehr Zeuthen ein. Gemeinsam mit der Feuerwehr aus Bestensee
musste ein Waldbrand bekämpft werden. Durch den Einsatz von mehreren C-Rohren
konnte der Brand schnell unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden.
Der nächste Einsatz wurde um 17:15 Uhr alarmiert. Verkehrsunfall mit einem
PKW, einem Kleinbus und einem Radfahrer. Es gab mehrere verletzte Personen
die zum Teil in ihren Fahrzeugen eingeklemmt waren und aus ihren Fahrzeugen
befreit und versorgt werden mussten.
Mit Hilfe des eingesetzten hydraulischen Rettungsgerätes konnten die verletzten
Personen schnell aus ihren Zwangslagen befreit werden und vom Rettungsdienst
versorgt werden.
Wie auch im Ernstfall mussten Rettungsdienst und Feuerwehr sehr eng zusammenarbeiten,
denn die Verletzten mussten schon während den Arbeiten an den Fahrzeugen
medizinisch versorgt werden.
Beim 10. Einsatz für die Feuerwehr Zeuthen handelte es sich um einen Schiffsbrand.
Beim betanken eines Bootes wurde dieses entzündet. Dabei wurden 3 Personen
verletzt. Eine Person ging in Flammen auf, ein weitere erlitt einen Schock
und eine dritte Person wurde im Wasser vermisst. Um den Einsatz zu bewältigen
wurden die Aufgaben auch hier wieder klar verteilt. Die Besatzung des
Löschgruppenfahrzeuges kümmerte sich zu erst um die brennende Person.
Die Flammen wurden mit einer Löschdecke abgelöscht und die Brandverletzungen
konnten anschließend erstversorgt werden. Ein weiterer Trupp versorgte
die unter Schock stehende zweite Person. Die Besatzung des Tanklöschfahrzeuges
legte eine Schlauchleitung, um das in Brand geratene Boot zu löschen.
Der Wasserrettungsdienst wurde nachalarmiert und hatte die Aufgabe, die
im Wasser befindliche Person zu suchen. Dazu wurden „Taucher“ eingesetzt,
die das gesamte Ufer abgesucht haben, um die vermisste Person zu finden.
Beim letzten Einsatz an diesem Tag alarmierte die Leitstelle die Kameraden
aus Bestensee und Zeuthen sowie den Rettungsdienst zu einem Kellerbrand
in einem Wohnhaus. Zwei Personen konnten sich auf das Dach des Gebäudes
retten und mussten über die Drehleiter in Sicherheit gebracht werden.
Zwei weitere Personen befanden sich noch im Keller und mussten unter schwerem
Atemschutz gesucht und aus dem stark verqualmten Gebäude befreit werden.
Das Feuer wurde gelöscht und die Einsatzstelle wieder Rauchfrei gemacht.
Im Anschluss erfolgte noch einmal eine Auswertung der Einsätze ehe man
sich erschöpft aber glücklich dem gemütlichen Teil des Tages widmen konnte.
An diesem Tag haben wohl alle Einsatzkräfte wieder einmal ihr Wissen erweitern
und auffrischen können. Dank der guten Organisation im Vorfeld und der
sehr guten Koordination konnten alle Einsatzkräfte den gesamten Tag über
in verschiedene Szenarien ihr Wissen zeigen. Für die vielen kleinen und
auch großen Besucher konnte durch die vielen Einsätze an verschiedenen
Orten und zu verschiedenen Zeit reichlich Abwechslung geboten werden.
Und zu dem hatten sie die Möglichkeit einen Einblick in die Arbeit von
verschiedenen Rettungsorganisationen zu bekommen, denn in realen Einsätzen
wäre sie nie so nah an die Unfallstellen gelangt.
Durch den erneuten großen Erfolg des Rescue Camps werden sich die Organisatoren
wohl bald wieder treffen, um das Rescue Camp 2009 zu planen.
An dieser Stelle möchten wir uns bei den Organisatoren für die geleistete
Vorarbeit bedanken und bei allen Beteiligten für die Einsatzbereitschaft.
Und natürlich beim Kindererholungszentrum, wo die Einsatzkräfte übernachten
und die Einsatzszenarien durchgeführt werden konnten.
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