"Gefahrguteinsatz hervorragend
gemeistert"
Einer
guten Tradition folgend haben wir, die Kameraden des Löschzuges Zeuthen,
am zweiten Septemberwochenende im Erholungszentrum am Hölzernen See
wieder ein Ausbildungslager der Feuerwehr durchgeführt. Dieses Ausbildungslager
wird alle zwei Jahre von uns selbst organisiert. Neben dem großen organisatorischen
Aufwand und etlichen Stunden der Vorbereitung, sind damit aber auch
erhebliche Kosten verbunden. Dankenswerterweise konnten wir auch in
diesem Jahr wieder auf die finanzielle und personelle Unterstützung
des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Zeuthen e.V. bauen. Aber
jeder Teilnehmer hatte auch aus der eigenen Tasche einen Anteil zu zahlen.
So fuhren wir mit 47 Kameraden und einem umfangreichen Dienstplan im
Gepäck zum Hölzernen See.
Das besondere an der Ausbildung im Lager gegenüber den wöchentlichen
Diensten in der Feuerwache ist die Möglichkeit, die einzelnen Themen
wesentlich intensiver und für den einzelnen Kameraden auch individueller
zu behandeln, aber natürlich auch den Teamgeist zu fördern. Um die freundschaftlichen
Beziehungen zu den Nachbarwehren zu vertiefen, war auch in diesem Jahr
wieder eine Gruppe der FF Eichwalde dabei.
Drei
Tage lang wurde intensiv geübt und trainiert.
Ein
besonderer Höhepunkt war die große Einsatzübung am Samstagnachmittag.
Um den Angehörigen, Eltern und allen Interessierten einen Einblick in
unsere Arbeit zu geben, hatten wir diesen Nachmittag gleichzeitig als
"Tag der offenen Tür" organisiert. Auch der stellvertretende
Kreisbrandmeister, Kamerad Albrecht, war unserer Einladung gefolgt.
Bei
strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen über 30°C
wurde für die gesamte Truppe Alarm ausgelöst und wie bei einem richtigen
Einsatz, wurde erst beim Eintreffen an der Einsatzstelle das ganze Ausmaß
der "Katastrophe" ersichtlich.
Was war passiert?
Bei einem LKW-Unfall war die Chemikalienladung ausgelaufen und ein Faß
bis zum Seeufer herabgerollt. Fahrer und Beifahrer wurden durch die
Chemikaliengase verletzt. Die Gaswolke zog über den See hinweg und mehrere
Badegäste am Strand und auf dem See wurden vergiftet.
Also eine sehr komplexe Situation, die es zu meistern galt. Als erstes
mußte der Einsatzleiter erkunden, um welche Chemikalien es sich handelt
und welche Gefahren von diesen ausgehen. Dann waren die erforderlichen
Maßnahmen einzuleiten. Für die Rettung und Versorgung der großen Anzahl
verletzter Personen, auch auf dem Wasser, wurde eine Sondereinsatzgruppe
Wasserrettung des Arbeitersamariterbundes angefordert. Diese rettete
die verletzten Schwimmer und Badegäste und organisierte die medizinische
Versorgung. Für die Kameraden der Feuerwehr galt es, unter schwerem
Atemschutz, Fahrer und Beifahrer aus dem LKW zu befreien, die Chemikalien
aufzufangen, die Fässer abzudichten und zu bergen, die Gaswolke niederzuschlagen
und auf dem See eine Ölsperre zu errichten, um damit eine Ausbreitung
zu verhindern. Weiterhin mußte ein Entgiftungsplatz aufgebaut werden,
um alle mit den Chemikalien in Berührung gekommenen Kameraden zu dekontaminieren.
Körperliche Schwerstarbeit bei hochsommerlichen Temperaturen.
Zahlreiche Zuschauer, darunter auch die Wehrführer aus Eichwalde und
Zeuthen sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister, verfolgten das
Geschehen.
Nach dem erfolgreichen Abschluß der Übung gab es für alle Kameraden
Kaffee und Kuchen, organisiert und vorbereitet von den Mitgliedern des
Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Zeuthen e.V.
Wie
schnell aus einer Übung Realität werden kann, zeigten die jüngsten Ereignisse:
Am Dienstag, den 13.09.2005 wurden nachts um 2.17 Uhr viele Freiwilligen
Feuerwehren des Landkreises, so auch die gesamte FF Zeuthen, alarmiert.
Die zur Brandschutzeinheit des Landkreises gehörenden Löschfahrzeuge
und Mannschaften wurden zu dem Großbrand der Müllkippe Bernau verlegt,
um die dortigen Einheiten abzulösen. Mehr als 20 Stunden waren die Kameraden
des Löschzuges Zeuthen an der Dekontaminationsstelle, die Kameraden
des Löschzuges Miersdorf bei der Brandbekämpfung im Einsatz.
Aber
auch bei den Wettkämpfen im Feuerwehrsport ist der Löschzug Zeuthen
sehr erfolgreich. So erreichten unsere Wettkämpfer bei den Kreismeisterschaften
in der Disziplin "Löschangriff trocken" einen wohlverdienten
zweiten Platz - und ganz aktuell - bei den Landesmeisterschaften ebenfalls
den zweiten Platz. Damit sind sie dem Favoriten, der FF Schlepzig, dicht
auf den Fersen.
Obm. L.
Hüttel