| Nach
den wunderschönen und erlebnisreichen Tagen, die die Schweizer Kameraden
im letzten Jahr bei uns verbrachten, stand nun in diesem Jahr ein Gegenbesuch
an.
16 Kameraden der beiden Löschzüge der Feuerwehr Zeuthen nahmen die Einladung
der Feuerwehr Bödeli gern an und fuhren am 31. August 2006 nach Interlaken.
Die Schweizer Kameraden haben sich für unseren 5 tägigen Aufenthalt ein
tolles und abwechselungsreiches Programm einfallen lassen. Um im Vornherein
nicht alle Aktivitäten preiszugeben, wurde uns nur eine zensierte Fassung
des Programms zugesandt.

Unsere Reise begann
am 31. August 2006 um 19:10 Uhr am Flughafen Schönefeld. Der Flieger startete
pünktlich Richtung Basel.
Nach gut einer Stunde Flug haben wir Basel erreicht und wurden mit zwei
Bussen zur Feuerwehr gebracht. Ab dem Ortseingang wurden wir von den Schweizer
Kameraden in einem Blaulicht - Konvoi zum Gerätehaus begleitet.
Der Empfang war sehr herzlich. Zur Stärkung wurden Snacks und Getränke
angeboten. Sofort wurde gefachsimpelt, Erfahrungen ausgetauscht und man
schwelgte gemeinsam in Erinnerungen an die letzten Treffen - denn man
kannte sich ja inzwischen.
Nach ein zwei Schlumbi (Gute-Nacht-Bier) wurden wir dann auf die Schlafquartiere
verteilt. Um die Bande der Freundschaft weiter zu verknüpfen wurden wir
bei den Kameraden der Feuerwehr Bödeli untergebracht.
Der nächste Tag begann, in anbetracht der kurzen Nacht, sehr früh. Es
wurde ein Busshuttle organisiert, der uns von den einzelnen Quartieren
abholte und pünktlich 8:30 Uhr am Magazin ablieferte.
Wir wurden begrüßt und fuhren dann gemeinsam mit der Schynige Platte Bahn
nach Breitlauenen. Breitlauenen befindet sich in 1542 m Höhe und bot eine
wunderschöne Aussicht auf den Brienzer See und Thuner See. In ca. 1600
m Höhe befand sich unser Nachtquartier, die Skihütte Breitlauenen. Nur
wenige hatten das Vergnügen ein 4 - Bettzimmer zu beziehen, die anderen
jedoch mussten sich in Zimmern für 20 Personen niederlassen.
Oben auf der Hütte angekommen wurden wir mit Getränken
und Käsespezialitäten begrüßt. Man konnte die Aussicht genießen und sich
in Gesprächen weiter austauschen. Zum Mittagessen gab es eine deftige
Gemüsesuppe mit Rauchwurst. Manch einer hätte sich anschließend gern noch
ausgeruht, aber dafür blieb keine Zeit. Der Bau des Chutzenfeuers stand
als nächstes an.
Das Chutzenfeuer wird auch als Wachtfeuer bezeichnet und diente als Alarmsignal
bei Gefahr. Es ist Tradition das Unspunnenfest mit den Chutzenfeuern zu
eröffnen.
Ein Hubschrauber brachte die benötigten Materialen auf die Alp und schon
wenig später sah man viele helfende Hände und das Feuer wachsen. Innerhalb
von 4 Stunden konnte man sagen: "Wir haben es geschafft, das Chutzenfeuer
steht. "Als Stärkung nach der harten Arbeit gab es Bratkäs, ein traditionelles
Käsegericht in der Schweiz.
Um die Zeit bis zum Abendbrot zu vertreiben wurden kleine Wettspiele organisiert.
So musste man sich in Platzken werfen, Kirschkernweitspucken und in der
Übersetzung von Wörtern aus dem "Schwitzerdütsch" beweisen.
Mit frischen Salaten und Gegrilltem wartete man nun gespannt auf die Entzündung
des Chutzenfeuers und des Feuerwerkes. Nachdem beides reibungslos geklappt
hatte kam man dann am Feuer zusammen, genoss die Atmosphäre und ließ einen
wunderschönen, aber anstrengenden Tag ausklingen. Einigen hat es am Feuer
so gut gefallen, dass sie die Nacht gleich dort verbracht haben. (Oder
wollten sie den nächtlichen Schlafgeräuschen in den 20-Mann - Zimmern
entfliehen?)
Der nächste Morgen begann mit einem ausgedehnten Frühstück. Anschließend
fuhren wir zusammen wieder ins Tal.
Der Samstag konnte zur freien Verfügung genutzt werden. So schauten sich
einige Kameraden die Fahrzeuge und Technik der Feuerwehr Bödeli an, besuchten
den Harder Kulm - den Hausberg von Interlaken - oder schlenderten über
das Unspunnenfest.
Erst zum Abend hin wurde ein freiwilliger Treff in einer Kneipe angeboten,
dem natürlich jeder nachkam. Bei Musik und Getränken herrschte eine ausgelassene
Stimmung, so dass dann und wann das Tanzbein geschwungen wurde. Bis in
die Nacht hinein saßen wir gemütlich zusammen und genossen die schöne
Atmosphäre.
Nach einer sehr kurzen Nacht folgte der "Tag des Umzuges und des
Dunkeln". Manch einer machte sich bereits in Deutschland schon Gedanken,
was sich wohl dahinter verbirgt. Um 9:00 Uhr haben wir uns an der historischen
Wache Haberdarren getroffen. Wir hatten die Möglichkeit uns diese etwas
genauer anzuschauen. Natürlich gab es auch wieder viele Informationen.
Später gingen wir dann gemeinsam ins Zentrum von Interlaken und kehrten
in einem Hotel mit sehr guter Aussicht ein. Kurz darauf wussten wir, was
"Umzug" bedeutet. Von unseren Logenplätzen konnten wir den Umzug
zum Unspunnenfest erleben. Unspunnen ist ein großes Fest von Brauchtum
und Folklore in Interlaken.
Es findet alle 12 Jahre statt. Eigentlich sollte es bereits letztes Jahr
stattfinden, es musste jedoch wegen dem Hochwasser ausfallen. Die Verschiebung
ist auch der Grund dafür, dass nur ein Chutzenfeuer gezündet wurde.
Das Unspunnenfest gibt es nun mehr seit 200 Jahren und das spiegelte sich
auch in dem Umzug wieder. Jeder Kanton stellte sich eindrucksvoll vor.
So sah man verschiedene Trachten der letzten 200 Jahre, die erste Bahn
in der Schweiz - einfach jede bedeutende Entwicklung der letzten 200 Jahre.
Anschließend gab es im Hotel ein eigens für uns kreiertes Mittagsmenü.
Später gingen wir zum Hafen von Interlaken und begaben uns auf zu einer
Dampferfahrt auf dem Thuner See. Die Aussicht auf die Berge, das türkisfarbene
Wasser - einfach nur wunderschön und empfehlenswert!
Nächster Halt Beatenbucht - volle Kraft voraus.
Nur noch wenige Meter und ein sehr anstrengender Weg für "Flachland
Tiroler" lag vor dem Geheimnis "Dunkel". Nach gut 30 Minuten
und einem sehr steilen Aufstieg erreichten wir die St. Beatus - Höhlen.
Bei den Höhlen handelt es sich um Tropfsteinhöhlen. Die
St. Beatus - Höhlen werden als bedeutendste kulturhistorische Stätte des
Berner Oberlandes bezeichnet. Nach dem mühsamen Aufstieg folgte die rasante
Abfahrt. Es wurden Fahrräder organisiert, mit denen es galt heil den Berg
hinunter zu fahren. Zum Glück verlief die Strecke nur bergab. Alle Teilnehmer
erreichten das Tal unverletzt.
Bevor es zum letzten Tagespunkt ging wurde eine kleine Rast auf der Weissenau
Ruine gemacht. Bei herrlichstem Wetter und kühlen Getränken konnte man
interessanten Informationen lauschen. Nach der kurzen Pause ging es mit
den Fahrrädern entlang der Aare zum Feuerwehrhaus.
Dort warteten bereits die Schweizer Kameraden mit kulinarischen Leckerbissen
auf uns.
Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde die Drehleiter vorgestellt und man
hatte die Möglichkeit mit ihr hoch hinaus zu fahren. Später folgten Danksagungen
und Geschenke, Siegerehrung der Wettspiele und man erzählte sich bis spät
in die Nacht Geschichten und Witze.
Nun folgte auch schon der Tag der Abreise, am Morgen um 9:00 Uhr trafen
wir uns an der Wache und verabschiedeten uns. Per Busshuttle wurden wir
zum Flughafen Basel gebracht und kamen am Nachmittag wieder in der Ebene
an.
Die uns entgegengebrachte Gastfreundlichkeit kann man nur schwer beschreiben.
Es war eine wunderschöne Reise, wir haben viel gesehen, viel erlebt, viel
über das schweizerische Feuerlöschwesen gelernt und neue Freunde gefunden.
Janett Kirsten, Löschzug Zeuthen
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